Medikinet (deutsch)


#1

Hallo zusammen :slight_smile:
ich nehme seit ungefähr einer Woche Medikinet. Im Moment moment noch 10mg, heute habe ich mal 20mg genommen (meine Ärztin hatte mir gesagt ich könnte erhöhen wenn ich das Gefühl hätte dass ich es müsste) allerdings bin ich mir irgendwie nicht sicher ob es wirkt oder nicht. :sweat_smile:

Ich habe als Kind schon einmal Medikinet verschrieben bekommen aber nur für eine Woche eingenommen, da anscheinend keine Besserung zu erkennen war… (So hat meine Mutter das in Erinnerung. Ich kann mich daran nicht erinnern.)
Seit dem habe ich keine Medikamente mehr genommen.

Ich würde gerne wissen was eure Erfahrungen mit Medikinet sind, besonders bei den ersten Einnahmen aber auch insgesamt. :slight_smile: :heart:


#2

Schade dass niemand etwas dazu sagen kann :frowning:


#3

Grüße ^^ Nun, ich habe mein erstes Diagnosegespräch erst Morgen, allerdings bin ich in einem anderen AD(H)S Forum unterwegs, welches rein deutsch ist und konnte dort so einiges erfahren.

Vielen Leuten hilft z.B die Dosis anzupassen. Dabei sollte man immer in kleinen Schritten vorgehen. Manche sagen 2,5mg die Woche steigern, andere sagen 5 mg die Woche steigern, herausfinden kannst das allerdings ausschließlich du selbst.

Was ebenso passieren kann: Medikinet wirkt nicht bei dir (20% der Betroffenen sollen keine Wirkung spüren) aber andere Methyphenidat (MPH) Präparate wie z.B Ritalin Adult könnten trotz des selben Wirkstoffes eine gewollte und gute Wirkung entfalten.

Ich würde dir empfehlen, deinen Arzt/Neuro/Therapeuten aufzusuchen und das Problem zu schildern, evtl bekommst du auch andere Medikamente verschrieben als MPH.


#4

Ich kann auch nicht wirklich aus Erfahrung sprechen, da ich erst vor etwa einer halben Stunde meine erste Retardkapsel genommen habe. Was mich allerdings wundert - hast Du direkt mit Medikinet angefangen, @Lea? Bei mir gingen einige Monate mit unretardiertem MPH voraus. Der Vorteil: Man kann die richtige Dosis besser kontrollieren, weil man im Lauf des Tages noch etwas dazu nehmen kann oder eben nicht (und weil man die Tabletten teilen kann, was bei Retardierten nicht geht).

Mein Mitbewohner nimmt Medikinet. (Ist nicht hier im Forum. Äh, glaube ich.) Wenn Du willst, kann ich ihn mal fragen, ob’s eine Gewöhnungsphase gab.

@Soul: Welches Foum? Das mit den Chaoten? Da bin ich auch! :sunglasses:


#5

Soweit ich weiß wurde das Chaotenforum dicht gemacht, deshalb bin ich in der Anderswelt unterwegs :slight_smile: hoffe es ist nicht all zu tragisch das hier zu erwähnen.

Ich habe Heute eine Verdachtsdiagnose ADHS bekommen und am Montag kommen die endgültigen Ergebnise. Mir rutscht das Herz in die Hose… Evtl kann ich dann sobald die Medikation beginnt ein wenig effektiver helfen :v:t3:


#6

Äh, nee, meinte ich auch.
Ts. Bin da fast so oft wie hier…


#7

@Soul @themax
Ich bin mir ein bisschen unsicher wegen der Wirkung. Manchmal habe ich das Gefühl es hilft und manchmal garnicht. Als ich 20mg probiert habe hatte ich z.B. am Schreibtisch oft dieses, wenn man die Sicht verschwimmen lässt wenn man anfängt abgelenkt zu werden und einfach in den Raum starrt oder so. Wisst ihr was ich meine. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich besonders bei 20mg sehr viel nervöser werde in Sachen innere Unruhe…

Ich habe direkt mit Medikinet angefangen ja… habe noch nie etwas anderes genommen. Ich kenne mich noch nicht so gut mit den verschiedenen Medikamenten aus.
Meine Psychiaterin hat mir gesagt dass ich bei einem längerem Tag an der Uni auch eine Zweite Kapsel nehmen kann. Allerdings habe ich das Gefühl ich müsste fast zu jeder Vorlesung eine neue Kapsel nehmen ( mache ich natürlich nicht). Was mich denken lässt das ich mir vielleicht nur einbilde dass mir Medikinet überhaupt hilft.
Dazu kommt das Problem dass ich in NRW in Behandlung bin und in Thüringen studiere wodurch ich nicht die Möglichkeit habe öfter hinzugehen um die Medikation zu besprechen.

Aber ja es wäre natürlich super wenn dein Mitbewohner da etwas zu erzählen hätte. :slight_smile:


#8

Gut, kann ich machen, wenn ich ihn sehe.

Wenn ich dich richtig verstehe, spürst Du mit 10mg keine Wirkung und mit 20 eher eine verstärkte Unruhe? Das klingt für mein Laienhirn, als sei 10mg zu wenig und 20 zu viel. Allerdings ist, was Du spürst, nicht der Maßstab, sondern ob Du in den Kernpunkten, mit denen Du Schwierigkeiten hast, vorankommst. Ich habe sogar mal gehört, wenn Du die Wirkung spürst, sei es zu viel.

Dass es manchmal zu helfen scheint uind manchmal nicht, ist ganz normal und auch zu erwarten. Die Symptome hängen von so vielen Faktoren ab: Tagesform, Müdigkeit, Stress, Ernährung - auch ohne Medikament haben wir ja alle bessere und schlechtere Tage. Deshalb wird zur Dosisfindung empfohlen, eine Woche oder so mit derselben Dosis durchzuziehen (es sei denn, es gibt Nebenwirkungen) und die dann in kleinen Schritten zu erhöhen, bis es nicht mehr besser wird. Ich weiß allerdings nicht, ob das bei Medikinet geht - kann gut sein, dass 10mg da schon die Mindestdosis ist. Bei meinem Präparat geht’s sogar nicht unter 18. Deshalb fand ich auch die unretardierten so sinnvoll. Die kann man zu kleineren zerbröseln und auch winzige Unterschiede ausloten - ich war zuletzt bei 12,5mg.

Bei den unretardierten hatte ich allerdings die gegenteilige Wirkung von, wonach Du fragst: Fand’s erst superheftig, habe mich aber schnell dran gewöhnt.


#9

@Lea also bei Medikinet ist das so: Wenn der Körper sich noch nicht daran gewöhnt hat, kann 10mg schon eine Überdosis sein. Je nach eigener Reaktion dazu, kann 10mg nach Eingewöhnung eine gute Startdosis.Die meisten von denen ich gehört habe wurden ärztlich angewiesen, die Dosis selber zu finden und wöchentlich um 2,5mg zu steigern, bis sie den Effekt verspüren, den sie benötigen. 20mg nach so kurzer Zeit mit kaum eingewöhnungszeit? Da würde ich sagen ist es kein Wunder, dass du da schon unruhig wirst. Therapeutische Dosen wären zumindest laut Berichterstattung von “drugscoutsDE” zwischen 2,5mg bis 20mg. Mäßige Dosen die sicher auch einige ADHS’ler benötigen (aber bei WEITEM nicht alle) liegen zwischen 20-50mg und das Wirkspektrum beinhaltet bei solchen Dosen folgende:

Zitat drugscouts.de:

“In mäßigen Dosen (20-50 mg) kommt es zur Stimulierung der Atmung, zu leichtem Zittern, Unruhe, weiterer Steigerung der motorischen Aktivität, Schlafstörungen und ausgeprägteren Erregungszuständen. Müdigkeit und Appetit werden stärker unterdrückt. Zum Teil können auch empathogene und halluzinogene Effekte auftreten.”

Dieses Wirkspektrum würde ich eher zum recreational Bereich zählen, aber ich habe schon von Menschen gehört, die 20mg und mehr nehmen.

Wichtig ist es auch zu wissen, ob du es retardiert einnimmst oder unretardiert. Die Wirkdauer ist in diesen Darreichungsformen ziemlich unterschiedlich. Wo retardierte Medikamente eine verzögerte Freisetzung und damit eine sanftere und längere Wirkung aufweisen, sind unretardierte Medikamente das genaue Gegenteil: Hier wird der Wirkstoff komplett frei gesetzt, der Spiegel im Blut sollte dadurch höher sein und die Wirkung stärker, dafür aber kürzer.

Ich hoffe, ich konnte dir zumindest irgendwie helfen, da ich meine endgültige Diagnose erst Morgen bekomme und selber keiner Erfahrung mit den Medikamenten habe.

Meine Angaben sind also ohne gewähr, da ich dieses Wissen nur durch eigene Recherche und durch Gespräche mit betroffenen habe.


#10

Mein Mitbewohner hat’s überigens genauso empfunden wie ich: anfangs heftig, dann schnelle Gewöhnung.


#11

Hallo Deutsche Runde,

Um meinen Senf auch noch dazuzugeben :grin:
Ich bin 23 Jahre und wurde vorher nie medikamentös behandelt. (Könnt euch ja denken, in was für eine Wand Ich da reingelaufen bin…:exploding_head:)

Mich hat meine Psychaterin mit 5mg einsteigen lassen (medikinet adult retard). 1-1-0, wobei ich mich von anfang an iwie selber danach gerichtet habe, wann der Effekt (so klein er auch is) aufhört, um die nächste einzunehmen. Komischerweise wirken die Tabletten bei mir nur um die 4,5h. (Als würde man das nur für die Arbeit braucht O.o :joy:).

Naja auf jeden Fall bin ich seitdem langsam aufgestiegen und habe mich bei 30mg 2x eingefunden. Ich bemerke keine extremen Ausschweifungen in die Tagträumerwelt (Dissoziation), zumindest nicht mehr, als zuvor…

Ich habe hier einen Kollegen gefunden, der das ganze ‘psychologische’ Prinzip der Krankheit in einer sehr interessanten Perspektive präsentiert.

Youtube Link

Hat noch ein weiteres, das wesentliche Dinge erklärt und untermalt.


Tja, war wohl wieder nix mit kurzfassen xD


Teilt auch gerne mal eure besten Resourcen, wenn ihr wollt!

Peace


#12

War bei mir (Concerta-Äquivalent) auch so. Statt 6-8h Wirkung hatte ich 3-5h Wirkung und dann nochmal 3h Rebound. Zum Schluss hatte ich halbwegs raus, den Rebound mit einer zweiten Dosis oder viel Tee aufzufangen, aber jetzt hat meine Ärztin das Medikament wieder ab- und mich auf unretardiertes MPH zurückgesetzt.